Bestattung in den Weltreligionen

weltreligionenIn diesem Artikel geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über Bestattungsarten und Trauerfeiern  in den großen Weltreligionen

Christliche Bestattung

Grundsätzlich ist in den christlichen Religionen sowohl die Erd- als auch die Feuerbestattung erlaubt, wobei die Erdbestattung Kreuzaufgrund der Tradition bevorzugt wird. Die zunehmende Individualisierung des Menschen auch in der Art der Bestattung steht aber nicht im Widerspruch zu den Kirchen, solange kein Konflikt mit den generellen Grundwerten entsteht. So werden beispielsweise jedoch anonyme Bestattungen gleich welcher Art abgelehnt. Die Anonymisierung käme einer Verdunklung des Todes gleich, wodurch eine Spannung hinsichtlich des Glaubens an ein ewiges Leben in Gott entstünde, das Zentrum der christlichen Bestattungskultur und Lehre ist. Die Auferstehung Jesu steht für das ewige Leben.

In der katholischen Glaubensgemeinschaft:

In der katholischen Kirche gibt es für die Bestattung verschiedene Abläufe, die je nach Tradition der Ortsgmeinde gestaltet werden. Grundsätzlich sind drei Stationen zu beachten: Die Einsegnung des Sarges (vor der Erd- oder Feuerbestattung), die Beisetzung und die Eucharistiefeier.

In der evangelischen Glaubensgemeinschaft:

Vor der eigentlichen Beerdigung wird in einer Feierhalle eine Andacht (Trauerfeier) für den Verstorbenen abgehalten. Dann erfolgt die Aussegnung und die Beisetzung oder die Überführung zum Krematorium.

Grabzeichen wie ein Kreuz, ein Gedenklicht sind Identifikationsmerkmale für ein christliches Grab und sollten angebracht werden können.

Weitere Informationen auch auf unserer Seite “Angebote der Kirchen”.


Islamische Bestattung

Im Islam werden die Verstorbenen möglichst bald nach Todeseintritt von einer Person gleichen Geschlechts rituellen Bräuchen entsprechend gewaschen und in weiße Tücher gehüllt.

Die Bestattung hat ohne größere zeitliche Verzögerung bestimmten Lagerungsvorschriften folgend stattzufinden. Diese sehen vor, dass der Leichnam ohne Sarg auf der rechten Seite liegend in das Erdgrab gebettet wird, wobei sein Gesicht in Richtung Mekka (in Richtung Südosten) ausgerichtet sein muss.

Vor der Beisetzung findet ein ca. 10-15 minütiges Totengebet – in der Regel direkt auf dem Friedhof – statt. Eine separate Trauerfeier davor erfolgt nicht.

Muslimische Gräber sind auf einem separaten Friedhof oder einem extra ausgewiesenen Teil eines allgemeinen Friedhofs gelegen. Die Ausrichtung der Gräber in Richtung Südost muss dabei ermöglicht werden.

Die Grabgestaltung fällt in aller Regel sehr minimalistisch aus, da der Friedhof als Gedenkstätte für das Jenseits und weniger als Ort des Erinnerns gilt. Die Grabpflege übernehmen die Angehörigen.


Jüdische Bestattung

Auch in der heutigen Zeit findet die rituelle Waschung der Verstorbenen (Tohora) nach wie vor Anwendung. Im Gegensatz zu hygienischen Waschungen, die auch von Angehörigen anderer Konfessionen durchgeführt werden dürfen, erfolgt die Tohora nur durch Personen, die nach den Glaubensvorschriften dazu befugt sind. Im Anschluss an die Reinigung wird der Verstorbene mit einem Totengewand bekleidet.

Die Beerdigung findet zum nächstmöglichen Zeitpunkt statt. Der Tradition gemäß erfolgt eine Erdbestattung in einem schlichten Sarg. Neuere Strömungen innerhalb der jüdischen Religion gestatten aber auch Feuerbestattungen.

Die Beisetzung findet auf einem jüdischen Friedhof statt. Besteht innerhalb einer Gemeinde kein jüdischer Friedhof, kann die Beisetzung auch auf einem speziell ausgewiesenen Gräberfeld innerhalb des allgemeinen Friedhofs durchgeführt werden.

Die Trauerfeier wird vor der Beisetzung durch einen Rabbiner abgehalten. Neben Psalmen und Gebeten finden auch ganz persönliche Texte oder Gedichte des Verstorbenen Einzug in den Gottesdienst. Selten findet eine Trauerfeier direkt am Grab statt.

Nach der Verlesung des Kaddisch (traditionelles jüdisches Gebet) helfen die Trauergäste gemeinsam, das Grab mit Erde zu füllen und erweisen dem Verstorbenen somit Respekt. Beim Verlassen des Friedhofs werden die Hände in einer bereitgestellten Schüssel mit Wasser gereinigt. Dies dient symbolisch der Rückkehr aus der Traurigkeit ins Leben.


Buddhistische Bestattung

Die buddhistische Glaubensrichtung lässt sowohl eine Erd- als auch eine Feuerbestattung zu. Der Körper, in dem der Buddhismus lediglich eine Hülle für den Geist sieht, soll jedoch mit gebührendem Respekt behandelt werden.

In der Regel werden bei der Abschiednahme Sutren (Reden des Buddha) vorgelesen, es wird des Verstorbenen gedacht und die anwesende Trauergemeinde wird zur Reflektion über das eigene Sein angehalten.

Einheitliche Regelungen zur Abschiednahme bestehen nicht, da es sehr viele unterschiedliche Strömungen innerhalb dieser Religion gibt. So bestatten beispielsweise manche Richtungen ihre Verstorbenen in Fötusstellung, um für ihre Wiedergeburt die besten Voraussetzungen zu schaffen.

Manche Abschiednahmen werden als fröhliche Feier begangen, mit Musik, Feuerwerk und einem Festessen, während andere Feierlichkeiten eher von der Trauer um den Verstorbenen geprägt sind.

Das Grab eines Buddhisten wird man auf unseren Friedhöfen nur schwer als solches erkennen können, da seine Verzierung die Einheitlichkeit der Grabgestaltung stören würde.


Hinduistische Bestattung

Nach hinduistischem Glauben besteht der Köper eines Menschen aus den fünf Elementen Feuer, Wasser, Wind, Erde und Raum. In ihm existiert ein weiterer, der so genannte “feine Körper”, der aus Gedanken und Gefühlen besteht, die das Ewige eines Menschen, das Atman, umgeben und beschützen. Um nun den feinen Körper aus dem menschlichen Körper herauszulösen muss der Leichnam verbrannt werden.

Am dritten Tage nach der Verbrennung wird die Asche des Verstorbenen schließlich im Ganges oder im Meer beigesetzt. In dieser Zeit erlischt auch die Existenz des feinen Körpers und das Atman wird endgültig freigegeben.

Während in Indien traditionelle Begräbnisstätten auf eigens dafür vorgesehenen Plätzen in der Nähe des Flusses im Freien zur Verfügung stehen, findet in Deutschland eine Verbrennung in einem Krematorium statt. Von einer wie in Indien üblichen Opferbeigabe wird in der Regel bei der Kremierung abgesehen.

Viele hierzulande Verstorbene Hindus lassen sich nach Indien überführen, um dort die Bestattung entsprechend der Tradition uneingeschränkt durchführen zu können.


Weitere Informationen sind in Vorbereitung

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