Trauerfeier

Unser Daimler

Bestattungen Lenert hat ein
neues exklusives Bestattungsfahrzeug!

Daimler DS 420 hearse Seitenansicht

Daimler DS 420

Die lange Stretchlimousine der Stars und Sternchen oder ein Feuerwehrauto sind schon eine besondere Art von Fahrzeugen. Bei Bestattern jedoch ist die Wahl des Fahrzeuges entweder traditionsgemäß immer die gleiche Automarke oder eine Wissenschaft für sich. Wir haben uns die zweite Variante auf die Fahne geschrieben und uns vor drei Jahren auf etwas Besonderes eingelassen. Nun ist er fertig; der neue Bestattungswagen.

Der vorhandene Bestattungswagen ist in die Jahre gekommen und verrichtet dennoch treu seinen Dienst. Doch da in den letzten Jahren immer öfter „besondere Fahrten“ gewünscht werden, musste es nun etwas Besonderes werden.

In dieser Zeit kam auch die neue E-Klasse von Mercedes Benz heraus. Natürlich weiß man nicht was dann zuerst auf dem Markt ist, und die Fahrgestelle für die Bestattungswagen waren noch rar. Also überlegten wir, etwas Besonderes anzuschaffen. Vielleicht mal etwas ganz anderes? Einen Daimler?!

Während der Ausbildung zum Thanatologen war Johannes Lenert in England und sah dort diesen Englischen Bestattungswagen: schwarz, viel Glas und sehr geräumig – leider auch alt – mussten wir feststellen. Und doch, ein solcher Daimler sollte es werden.

Beim Besuch einer Weiterbildung in England besuchte er mit einigen Kollegen einen Händler, der verschiedene Autos zeigte. Auch das bevorzugte Modell war dabei. Aber auch dort ist Vergleichen sehr wichtig. Zwei Monate später flog Johannes Lenert nach Liverpool und ging zum nächsten Händler. Dort waren in den Garagen mehrere Fahrzeuge vorrätig. Nach einigen Überlegungen fiel dann die Wahl auf das neue Auto; ein Daimler DS 420 Baujahr 1984, der einst von einer Limousine zum Bestattungswagen umgebaut wurde. Per Spedition kam es dann von der Insel aufs Festland.

Daimler DS 420 Front

Inzwischen liefen die Vorbereitungen vor Ort.

Wer macht die Technik? Wer macht die Karosseriearbeiten und wer den Innenausbau?

Für die Technik fand sich ein kompetenter Fachbetrieb in Senden. Der empfahl dann für die Weiterbearbeitung einen Karosseriebetrieb mit Lackiererei. Da es für die Bearbeitung von Bestattungswagen verschiedene Spezialisten gibt, war dort die Suche nach dem „Richtigen“ besonders schwierig. Im Laufe der Zeit entschieden wir uns für einen Fachbetrieb in Winterswijk, der schon einmal einen Daimler umgebaut hatte.

In Senden wurde das Auto langsam zerlegt, wobei die ersten Überraschungen zutage kamen. Es zeigte sich, dass das nette Äußere unten etwas angegriffen war. Der Karosseriebauer brauchte dadurch einiges länger für die Instandsetzung. Das warf die Planungen für den ersten Einsatz nach hinten.

Nach über einem Jahr war das Auto vom Karosseriebauer endlich wieder zurück und nun ging es an die Technik. Der Motor und das Getriebe waren inzwischen überholt, doch der Rest stand noch  aus. Natürlich wurden noch einige Teile ausgewechselt, was manchmal Kopfzerbrechen machte. Leider wurde in früheren Jahren nicht immer das verbaut, was an Ersatzteilen für die Zeit vorgesehen war.

Daimler DS 420 Bestattungswagen Innenansicht

Als der Wagen wieder auf den eigenen Rädern stand, kam nun der Innenausbau in Winterswijk an die Reihe. Hier kam es auf viele kleine Details an. Es war gegenüber der englischen Version (zwei Särge übereinander zu transportieren) nur die Beförderung von einem Sarg geplant. Für diese besonderen Anlässe musste es auch die besondere Ausstattung sein. Viel Chrom, Edelstahl und ein schönes Dekor wählten wir aus. Der Innenausbau ist so individuell, dass fast alle Teile eigens dafür angefertigt werden mussten. Einige Male wurde der Stand des Ausbaus von uns kontrolliert und neu festgelegt, wie es werden soll. Schiebeboden, Belüftung, Beleuchtung, Reserverad, Tankverkleidung und Trennwand sind die Schwerpunkte, um die es ging. Auch wenn der Sarg mal in den großen Scheiben nicht zu sehen sein soll, wurde eine Lösung gefunden. Als der Ausbau fertiggestellt war, ging es im Herbst noch einmal an die Technik bis zur TÜV Abnahme. Dann wurde der Motor probegefahren und gut eingestellt.

Nun ist unser Daimler seit Anfang des Jahres (2006) im Einsatz. Für die normalen Überführungen gibt es weiterhin ein schlichteres Fahrzeug, in dem wir alles Notwendige mitführen können. Der Daimler ist hauptsächlich für die Überführungen von der Kirche oder Trauerfeier zur Beisetzung gedacht.

Daimler DS 420 offen

Wir möchten Ihnen für diese Fahrten etwas Besonderes bieten. Egal, ob nur für die Überführung zum Friedhof oder wenn die Angehörigen im Kondukt zum Friedhof ziehen, das Auto ist für diesen Anlass sehr würdevoll. Dabei entstehen Ihnen keine Mehrkosten gegenüber unserem anderen Bestattungsfahrzeug.

Uns wird es sehr freuen, Ihnen mit diesem Fahrzeug in diesem oft traurigen Berufszweig auch mal etwas Besonderes zu bieten.

Info: Daimler (Automarke)

Der Name Daimler kommt noch von Gottlieb Daimler der im Vorstand der 1893 in London gegründeten Daimler Motor Syndicate saß. Er erlaubte den Briten dass alles unter seinem Namen verkauft werden darf. In Stuttgart rauft man sich über diese großzügige Geste wohl noch heute die Haare.

Die Geschichte der Firma ist sehr wechselhaft und sie gehört heute dem Jaguar Konzern. Doch ist der Name geblieben. Geblieben ist auch, dass Daimler immer in Verbindung mit dem Englischen Königshaus in Bezug steht und dort Hoflieferant ist. Selbstverständlich wurde auch Daimler DS 420bei der Überführung von Lady Diana ein Daimler eingesetzt. Daimler setzte immer schon auf Luxus und baute bereits 1922 die ersten Autoradios ein und holte das Automatikgetriebe nach Europa.

Das letzte und zugleich eindrucksvollste Beispiel dafür ist der Daimler DS 420, der 1968 präsentiert wurde und bis 1992 im Programm blieb. Die fast schon barocke Limousine, die sich auch sehr erfolgreich als Landaulet verkaufte, gilt noch heute als Traumwagen vieler Hochzeitspaare. Er war bis vor einigen Jahren noch der Standart- Bestattungswagen in Großbritannien.

In den 25 Jahren, wo dieses Auto gebaut wurde, entstanden 3.717 Limousinen und 802 Fahrgestelle. Die reguläre Produktion wurde 1988 eingestellt. Danach wurden noch bis 1992 Bestattungswagen aus den verbliebenen Chassis gebaut.